Holz wird seit Beginn der Menschheitsgeschichte für die Zwecke des Menschen verfügbar gemacht, da es geradezu ideale Eigenschaften aufweist:

All diese Punkte haben Holz zu einem Baustoff gemacht, der aus der Geschichte und auch aus der heutigen Zeit nicht wegzudenken ist.

Uns interessiert hier vor allem der Aspekt des Holzes als traditioneller und gleichzeitig zeitgemäßer Baustoff, mit seinen vielen Varianten in veredelten Halbfertigprodukten wie Plattenmaterialien und Trägern.

 

Holz als Bauholz

Aus Holz wurden die ersten Hütten errichtet, Brücken und Bollwerke hergestellt, jeweils mit der Holzart die regional am besten verfügbar war, oder sich am besten für den jeweiligen Zweck eignete, und auch heute wird das Holz in seiner ursprünglichen Form noch vielfältig am Bau eingesetzt:

Die Fichte oder auch die Tanne sowie in geringerem Umfang die Kiefer oder auch die Douglasie liefern heute das gebräuchlichste Bauholz für nicht sichtbare und sichtbare Konstruktionen. Das Nadelholz, welches das pflanzengeschichtlich ältere Holz gegenüber dem Laubholz ist, ist schnellwachsend, durch lange Holzfasern ideal für die Beanspruchung im Einsatz als Vollholzträger, aber nur mäßig für die Beanspruchung im Außenbereich geeignet ( wobei die Douglasie aufgrund ihres Harzgehaltes hierbei eine Ausnahme bildet und in der Dauerhaftigkeit fast mit der Lärche gleichgesetzt werden kann ).

Die Eiche ist ein schweres, dichtes Holz, das zwar relativ kurzfaserig im Vergleich zum Nadelholz ist, doch aufgrund seiner Zähigkeit und Beständigkeit gegen mechanische und Witterungseinflüsse gerne für die Grundkonstruktion von Brücken, Toren, Treppen und vor allem im Fachwerkbau eingesetzt wurde, vom Holzbild und den Eigenschaften her ähnlich erscheint die Ulme    ( Rüster), die aber als Bauholz praktisch nicht mehr zur Verfügung steht seit durch das große Ulmensterben aufgrund einer Infektionskrankheit nur noch sehr wenige große Ulmen überlebt haben.

Andere einheimische Holzsorten werden vor allem wegen ihrer mechanischen Eigenschaften und aus dekorativen Gründen im Holzbau eingesetzt, etwa beim Treppenbau, der traditionell ein Gewerk ist, das vom Zimmerer ausgeübt wird, hier sind vor allem zu nennen die Buche , die Esche, und der Ahorn.

Hauptsächlich im Möbelbau und für hochwertige Bekleidungen, ebenso wie für Armaturenbretter in hochwertigen Fahrzeugen und andere optisch orientierte Verwendungszwecke werden die Kastanie, der Nußbaum, die Birke, die Erle, die Obsthölzer wie Kirsche, Zwetsche (Pflaume) verwendet, sie spielen aber im konstruktiven Holzbau keine Rolle.

Zur Verwendung im Außenbereich (Garten, Holzdecks, Stege etc.) werden in den letzten Jahren zunehmend exotische Hölzer angeboten wie Teak, Bongossi, Bangkirai, Red Cedar, die allesamt aufgrund ihrer natürlich vorhandenen Inhaltsstoffe eine große Resistenz gegen Umwelteinflüsse aufweisen, teilweise aber auch schwer zu verarbeiten (hohe Dichte) bzw. zu bändigen sind (Verwerfungen, Anstrichunverträglichkeit).    

Holz als Halbfertigprodukt

Neben dem Einsatz des natürlich gewachsenen Holzes, das im Sägewerk lediglich auf Dimension geschnitten wird und ansonsten keine Veredelung außer der Bearbeitung durch den Zimmerer erfährt gibt es eine große Palette von Halbfertigprodukten, die man am besten in 2 Gruppen aufteilen kann:

Die Plattenprodukte, zu denen so bekannte wie die Spanplatte, die Sperrholzplatte, die Hartfaserplatte, die Weichfaserplatte aber auch nicht so bekannte wie die OSB-Platte, das KERTO-Furnierschichtholz oder die Mitteldichte Faserplatte zählen, ebenso die 3-Schicht-Platte bestehend aus massiven Furnierlagen in wechselnder Faserrichtung,

sowie die künstlichen Träger wie das Brettschichtholz, bekannt unter dem Namen `Leimbinder´, Nagelbinderkonstruktionen wie z.B. die Gangnail-Binder, Lamellenbalken, das Konstruktionsvollholz, und auch die Stegträger ( TJI oder Agepan ), die aus der Forderung nach Materialeinsparung und größtmöglichem Dämmvolumen im Zusammenhang mit Niedrigenergie/Passivhäusern entstanden sind.