
Der Holzrahmenbau
Bauen mit Holz gewinnt in den letzten Jahren eine immer größere Bedeutung. Ein verändertes Umweltbewusstsein und die Bereitstellung neuer Holzwerkstoffe fördern diese Entwicklung. Als moderne Holzbauweise hat sich insbesondere der Holzrahmenbau etabliert. Die Vorteile des Holzrahmenbaus ergeben sich sowohl aus der Konstruktion als auch aus der Wahl der verwendeten Materialien:
Bauten in Holzrahmenbauweise
-sind
umweltfreundlich, da Holz ein nachwachsender Rohstoff ist;
-bieten einen hohen Wärmeschutz und können außerordentlich energiesparend
ausgeführt werden (Niedrigenergiehaus/Passivhaus)
-sind schnell errichtet aufgrund der Vorfertigung der Elemente im
Zimmereibetrieb
-können in der äußeren Erscheinung sehr vielfältig gestaltet sein.
Somit eignet sich der Holzrahmenbau nicht nur für komplett neu zu errichtende Häuser, sondern bietet sich auch sehr gut für Aufstockungen, Dachaufbauten (Gauben, Zwerchhäuser) und Anbauten an, wo kurze Bauzeiten, eingeschränkte Belastbarkeit der bestehenden Bausubstanz (z.B. Fachwerkkonstruktion) und ästhetische Gesichtspunkte zu berücksichtigen sind.
Die Konstruktion
Der Aufbau einer Wand in Holzrahmenbauweise besteht prinzipiell aus waagerechten Rahmenhölzern und senkrechten Ständern die außen und innen mit Plattenwerkstoffen beplankt sind. Die senkrechten Ständer sind hierbei im gleichen Abstand eines auf das verwendete Plattenmaterial (link) abgestimmten Rastermaßes (ca.62,5 cm) angeordnet. Die statische Festigkeit („Steifheit“) einer solchen Wand wird durch die Zusammenwirkung der Beplankung mit den Holzständern erreicht, ihre Wärmedämmfähigkeit durch die in den Zwischenräumen eingebrachten Dämmmaterialien. Als Rahmenhölzer und Ständer werden in der Regel normierte, technisch getrocknete „Konstruktionsvollhölzer“ verwendet. Bei sehr großen Wandstärken (d>20cm) wie sie für Häuser in Passivbauweise erforderlich sind kommen an deren Stelle Stegträger ( z.B. TJI-Träger) zum Einsatz .
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Die Werkstoffe
Als Beplankung im Außenbereich dienen -OSB Platten -mineralische Putzträger -schichtverleimte Nadelholzplatten(BFU) -Holzfaserplatten
Für den Innenbereich werden hauptsächlich verwendet: -Gipskartonplatten -Gipsfaserplatten -OSB Platten -Holzfaserplatten.
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Je nach Art der Beplankung kann ein Haus in Holzrahmenbauweise also eine verputzte Fassade, eine schmückende Holzbekleidung oder Verschieferung als äußere Haut tragen. Im Innenbereich bietet sich ein zweischaliger Aufbau auf einer Konterlattung an, so dass eine Installationsebene für Strom-, Gas- und Wasserleitungen entsteht.

Als
Dämmung in den Hohlräumen zwischen den senkrechten Ständern und innerer sowie
äußerer Beplankung kommt ebenso eine Vielzahl unterschiedlicher Materialien in
Frage. Sie unterscheiden sich sowohl in ihrer Wärmedämmfähigkeit als auch ihrer
ökologischen Wertigkeit. Zum Einsatz kommen hauptsächlich
-Mineralwolle
-Zellulosefaserdämmung
sowie verschiedene andere, anteilsmäßig aber eher unbedeutende Dämmstoffe.
Da die genannten Dämmstoffe im Vergleich zu Stein oder Ton eine höhere
Dämmwirkung aufweisen, ist es möglich eine sehr gute Wärmeisolierung des
Bauwerkes bei vergleichsweise geringer Wandstärke zu erzielen.
Sparsame
Niedrigenergie- und
Passivhäuser lassen sich also vorzüglich in Holzrahmenbauweise herstellen.
Die Ausführung
Die
Größe der im Zimmereibetrieb vorgefertigten Wandelemente beträgt in der Höhe
etwa 2,6 m (Geschosshöhe) und bis zu 12 m Länge. Mit dem Einsatz eines
Autokranes sind diese Bauteile, für ein Einfamilienhaus zum Beispiel, innerhalb
weniger Tage zum Rohbau zusammengefügt.
Um die gewonnenen Einsparungen an Heizenergie nicht zu verlieren und um
Feuchteschäden in den Wänden zu vermeiden ist jedoch eine sehr hohe
Winddichtigkeit des Bauwerkes unerlässlich. Denn wo warme Raumluft nach außen,
bzw. kalte Außenluft nach innen gelangt (d.h. „es zieht“ - wenn auch unmerklich;
der Fachmann spricht von „Konvektionsverlusten“) geht Wärme verloren und
Luftfeuchtigkeit kondensiert als Nässe aus. Um also diese Winddichtigkeit zu
erreichen, werden alle Fugen mit hochwertigen Klebebändern und dauerelastischen
Profilen abgedichtet. Auch alle Durchdringungen der Gebäudehülle wie Kamine,
Lüftungen und Leitungen sowie Bohrungen für Steckdosen und Kabel müssen
sorgfältig abgedichtet werden.
Eine gewissenhafte Ausführung dieser aufwändigen Arbeiten ist Voraussetzung für die einwandfreie Funktion der Außenhülle des Hauses.
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Blower-Door Test
Zur Überprüfung der Winddichtigkeit kann abschließend ein Blower-Door-Test gemacht werden; Dazu wird in eine Türöffnung ein Gebläse eingebaut und das hermetisch geschlossene Gebäue unter leichten Überdruck bzw. Unterdruck gesetzt, wobei der zu verzeichnende Druckabfall/-anstieg Aufschluss über die Dichtigkeit erlaubt; mit eingefärbtem, künstlichem Rauch kann man eventuelle Leckstellen sichtbar machen.
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Neben dem Wärmeschutz spielt natürlich auch der Brandschutz eine wichtige Rolle beim Bauen mit Holz. Hier werden durch die Wahl und Ausführung der Beplankung die vorgeschriebenen Feuerwiderstandsklassen (link) eingehalten. Spezielle Brandschutzplatten (z.B. Promatect, Blueclad, Masterpanel, Fermacell etc.) werden ohne durchgehende Fugen in doppelter Lage aufgebracht. Zusätzlich kommen feuerresistente Dämmstoffe wie Mineralwolle und Zellulosefasern zum Einsatz. Auf diese Weise ist es möglich Holzrahmenwände mit einer Feuerwiderstandsklasse von F30B/F90B. herzustellen, die unter bestimmten Voraussetzungen als Brandschutzwand zugelassen sind. (siehe Landesbauordnungen der Länder unter www.baudienst.de/Bauinfo/verordnungen )