Konstruktionsvollholz ist das ‚Bauholz der Zukunft’. Durch Normierung und kontrollierte Herstellung entsteht ein Baustoff mit vielen Vorzügen, der lagermäßig bereitgehalten werden kann, durch Trocknung (garantiert: 15 % ± 3% Holzfeuchte im Gegensatz zu Bauholz mit ca. 25 %, in der Praxis eher mehr!) gut geeignet für schnellen Bauablauf, mit weitgehend dimensionsstabilem Verhalten, sowohl für nicht sichtbare Konstruktionen (NSi) als auch für Konstruktionen mit hohen Anforderungen an die Oberfläche (Si) einsetzbar. Schimmelprobleme und lange Bautrocknungszeiten, große Rissbildung und Verwindung sind dadurch nicht mehr zu befürchten, was aufgrund der hohen Anforderungen auf dem Baumarkt heutzutage zu einer immer größeren Verbreitung des KVH führt. Verwendung findet KVH im Holzrahmenbau sowie zunehmend in allen Bereichen in denen normalerweise Bauholz verwendet wurde, vor allem auch für sichtbare Konstruktionen, wo es wirtschaftlicher als Brettschichtholz eingesetzt werden kann. In der Regel wird KVH in verschiedenen Längen lagermäßig vorgehalten von ca. 5,00 m bis zu 13,00 m, kann aber auch in entsprechenden Anlagen bis zu 18,00 m Länge hergestellt werden. Bei Längen über 5,00 m ist es üblich verschiedene Holzstücke zu einer Stange mit so genannten Keilzinkenverbindungen aneinander zu reihen. Durch den Einsatz von KVH kann meistens auf einen chemischen Holzschutz verzichtet werden. In einer Informationsschrift der Arbeitsgemeinschaft Holz e.V. wird KVH folgendermaßen beschrieben:

„Konstruktionsvollholz ist Bauschnittholz aus Nadelholz nach dem Stand der Technik für Anwendungen im modernen Holzbau. Es erfüllt die über die bauaufsichtlichen Belange und üblichen Normen hinausgehenden Anforderungen, die an Bauholz für solche Verwendungsbereiche gestellt werden müssen. KVH wird schwerpunktmäßig im Holzhausbau für die Herstellung von Wand-, Decken- und Dachkonstruktionen eingesetzt. Das Produkt wird in zwei Sortimenten hergestellt, die sich im wesentlichen nach der Beschaffenheit der Oberflächen voneinander unterscheiden: KVH für sichtbare und KVH für nicht sichtbare Holzkonstruktionen. Sie werden unter den Kurzbezeichnungen KVH-Si und KVH-NSi angeboten. Verbindliche Vorgaben sind in der Vereinbarung zwischen VDS und BDZ festgelegt [1]. KVH wird ausschließlich aus den Holzarten Fichte, Tanne, Kiefer und Lärche hergestellt. Da KVH üblicherweise für solche Konstruktionen eingesetzt wird, deren Querschnitte nach der Tragfähigkeit zu bemessen sind, ist es entsprechend DIN 4074 nach der Tragfähigkeit sortiert [3]. Es werden die Anforderungen an die Sortierkriterien für Schnitthölzer mit üblicher Tragfähigkeit - Sortierklasse S 10 nach DIN 4074-1 - erfüllt. Außerdem gelten über DIN 4074-1 hinausgehende Anforderungen in Bezug auf die Holzfeuchte, die Maßhaltigkeit der Querschnitte, die Einschnittart, die Begrenzung der Rißbreite und Anforderungen an die Beschaffenheit der Oberflächen bei sichtbaren Bauteilen. Ein weiterer wichtiger Unterschied zum sonstigen Bauschnittholz ist, dass KVH in Vorzugsquerschnitten hergestellt wird und bei Produzenten und Händlern als Lagerware vorgehalten wird. Die Betriebe der einheimischen Sägeindustrie, die KVH herstellen, haben sich in der Überwachungsgemeinschaft Konstruktionsvollholz aus deutscher Produktion e. V. zusammengeschlossen, um die Erfüllung der besonderen Anforderungen an dieses hochwertige Bauprodukt durch eine freiwillige Fremdüberwachung kontrollieren zu lassen. Als äußeres Zeichen der erfolgreich durchgeführten Überwachung durch anerkannte Materialprüfanstalten wird den Betrieben das Überwachungszeichen KVH verliehen. Für andere Sortimente, die am Markt unter ähnlichen Bezeichnungen wie Konstruktionsvollholz angeboten werden, gelten diese Bedingungen nicht. KVH ist ein für Bauherren, Planer und Ausführende in jeder Hinsicht berechenbares Produkt mit einem Höchstmaß an Sicherheit bezüglich der Erfüllung der verschiedenen Anforderungen.“

[1] Vereinigung Deutscher Sägewerksverbände und Bund Deutscher Zimmermeister im Zentralverband des deutschen Baugewerbes
[3] DIN 4074-1 Sortierung von Nadelholz nach der Tragfähigkeit


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